Widmen wir uns nun der Analyse des Quellcodes. Es ist wichtig zu wissen, dass Java eine Objekt-Orientierte-Programmiersprache ist. Das heißt, dass jedes Java-Programm in Klassen mit unterschiedlichen Funktionen aufgeteilt wird. Jede Klasse sollte in einer eigenen Datei abgespeichert werden. Unsere Anwendung benötigt aber lediglich eine Klasse – die HelloWorld-Klasse.
package de.helloworld;
Diese Zeile spezifiziert das Package dieser Klasse (Datei). Packages kann man sich wie eine Ordnerhierarchie vorstellen. Der Programmierer definiert verschiedene Packages, um eine klare Struktur in seine Anwendung zu bringen und verschiedene Programmteile voneinander zu trennen. Unterverzeichnisse werden bei Packages durch den „.“ (Punkt) definiert.
public class HelloWorld {
Diese Zeile definiert die Klasse (class) mit dem Namen HelloWorld und der Sichtbarkeit public (öffentlich). Anschließend wird durch eine geöffnete, geschweifte Klammer signalisiert, dass ab hier die Definition/der Gültigkeitsbereich dieser Klasse beginnt. Der Klassenname sollte immer identisch zu dem Dateinamen, in welchem der Quellcode abgespeichert ist, sein. Wenn die Klasse öffentlich ist (was meistens zutrifft), dann müssen Dateinamen und Klassennamen sogar identisch sein. Nennen Sie die Datei also am Besten immer so, wie auch Ihre Klasse heißt (wird in späteren Kapiteln nicht mehr explizit angemerkt).
public static void main(String[] args) {
Das ist die so genannte Main-Methode, welche den Einstiegspunkt eines jeden Java-Programms definiert. Vorerst müssen Sie nicht mehr wissen, wie dass der Code nach der geöffneten, geschweiften Klammer bis zur abschließenden, geschlossenen, geschweiften Klammer immer zuerst in Ihrem Programm ausgeführt wird.
Den Bereich zwischen den beiden geschweiften Klammern nennt man (Methoden-) Körper, Block oder Gültigkeitsbereich
Alles andere wird aus dieser Methode heraus gesteuert/gestartet.
System.out.println("Hallo Welt");
Mit diesem Code wird der Text „Hallo Welt“ auf dem Bildschirm/in der Konsole ausgegeben. Grundsätzlich können Sie sich merken, dass mit System.out.println() ein Text ausgegeben wird. Der auszugebende Text wird in die Klammern und in Anführungszeichen geschrieben.
Genau genommen funktioniert
System.out.println("Hallo Welt");so: Es wird die öffentliche Methodeprintln()des öffentlichen, statischenPrintStreams outder KlasseSystemmit dem Übergabeparameter „Hallo Welt“ aufgerufen. Wenn Sie diese Ausführung nicht verstehen, ist dies nicht weiter schlimm.
Das abschließende Semikolon weißt den Compiler darauf hin, dass dieser Funktionsaufruf hier abgeschlossen ist, und nun weitere Aufrufe folgen können. Generell endet jeder Aufruf, der keinen Gültigkeitsbereich/Block definiert, mit einem Semikolon.
}
Eine geschlossene, geschweifte Klammer schließt den zuletzt geöffneten Gültigkeitsblock (natürlich können mehrere Blöcke ineinander verschachtelt werden) – in diesem Fall den Bereich der Main-Methode.
}
Die letzte, geschlossene, geschweifte Klammer schließt den Gültigkeitsbereich unserer Klasse und stellt somit auch das Ende dieser Klasse dar.
Kompilieren der Klasse
Sie erinnern sich an den javac-Aufruf aus dem letzten Kapitel zum Kompilieren des Programms? Dieser setzt sich wie folgt zusammen:
javac
Javac ist der Java-Compiler. Dieses Programm wird mit bestimmten Parametern aufgerufen, um aus Java-Quellcode Java-Byte-Code zu erstellen. Nach javac folgt eine Leerzeichen und anschließend
de/helloworld/
, was das Package der zu kompilierenden Klasse angibt. Es ist wichtig, dass das Package beim Kompilieren in der Form package/unterpackage/ (sprich: durch Schrägstriche getrennt und nicht etwa durch Punkte) angegeben wird. Anschließend folgt noch der vollständige Dateiname der zu kompilierenden Klasse (inkl. .java Endung).
HelloWorld.java
Ausführen der Anwendung
Der Aufruf zum Ausführen einer Anwendung ist dem zur Kompilierung von Quelltext sehr ähnlich:
-
o
javacdurchjavaersetzen- „/“ (Slash) im
Packagedurch „.“ (Punkt) ersetzen - Die Dateiendung wird nicht mit angegeben. Aus
HelloWorld.javawird alsoHelloWorld
o
o
